Unsere Kirchen

Der Lutherturm im Jahr 2007

Lutherkirche (Jugendkirche)

Die heutige Lutherkirche (auch Luthernotkirche genannt) an der Adamsstraße 47 ist aus den Trümmern der alten Lutherkirche gebaut worden. Die alte Lutherkirche war in den Formen der deutschen Renaissance mit einer großen Emporenhalle erbaut worden und wurde 1895 fertig gestellt. Sie war die Zentralkirche der Mülheimer Gemeinde. Nach schweren Luftangriffen im Jahre 1944 blieb nur noch der Turm als Ruine stehen. Dieser Turm wurde in den Jahren 1968 bis 1978 restauriert und gab jahrelang der Jugendarbeit Raum.

Die Gemeinde empfand es als großes Geschenk und Glück, dass nach dem zweiten Weltkrieg die amerikanischen Lutheraner 10.000 Dollar spendeten. Mit diesem Geld fing man an, den Bau einer Notkirche zu planen. Entworfen wurde die Kirche vom bekannten Architekturprofessor O. Bartning. Nach seinem Entwurf wurden 48 weitere Notkirchen in ganz Deutschland errichtet. Nur wenige stehen heute noch und die Mülheimer Kirche ist die am Besten erhaltene.

Prof. Bartning hat eine freitragende Holzkonstruktion geschaffen, deren Dach wie ein umgekehrtes großes Holzschiff geformt ist. In die Zwischenräume der Holzkonstruktion wurden die Trümmersteine der alten Lutherkirche gemauert. Gemeindeglieder haben die Steine aus dem Trümmerhaufen heraus gesucht und behauen. So ist jeder Stein ein kleines Kunstwerk und Original geworden.

Die Lutherkirche im Jahr 2007

Die Holzkonstruktion gliedert den Raum horizontal und vertikal, so dass der Blick nach oben und zum Chorraum gezogen wird. Der abgerundete und damit die Gemeinde umschließende Chorraum wird von einem hohen vierkantigen Kreuz beherrscht, dem man immer noch die Bearbeitung mit dem Meißel ansieht. Die Lutherkirche strahlt bis auf den heutigen Tag eine schlichte, klare und doch warme Atmosphäre aus. Der Raum ist ein Zeichen für die Armut nach dem zweiten Weltkrieg, aber auch Zeichen für einen hoffnungsvollen Neubeginn. Heute wird die Lutherkirche als Proberaum für die Mülheimer Kantorei benutzt und ist Heimat der Jugendkirche „Geistreich”, siehe auch www.geistreich-koeln.de

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